Zeitnahe umweltgerechte Modernisierung von Miethäusern vereinfachen

Die FDP Nürnberg hat bei Ihrer Mitgliederversammlung am 29.6.2021 eine Maßnahme zur Vereinfachung umweltgerechter Sanierungen beschlossen:

Die FDP Nürnberg fordert, in §6 Abs. 1a des Einkommensteuergesetzes energetische Modernisierungsmaßnahmen nach KfW-Standards von der 15-%-Grenze für Immobilienanschaffungen innerhalb von drei Jahren auszuschließen, wenn das Objekt selbst älter als 10 Jahre ist.

Führt ein Immobilienbesitzer in einem Mietobjekt eine Modernisierungsmaßnahme durch, so kann er diese Kosten von der Einkommenssteuer absetzen.

Ist die Immobilie jedoch binnen der letzten 3 Jahre erworben worden, können Modernisierungsmaßnahmen, die mehr als 15 % der Anschaffungskosten überschreiten, nur über 50 Jahre abgeschrieben werden.

Dies trägt den deutschen Klimazielen nicht bei und ist sozial fraglich.

Erstens schafft dies einen Anreiz, Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz hinauszuzögern bis die 3-Jahres-Frist vorbei ist. Für die Einhaltung der Klimaziele ist es jedoch sinnvoller, wenn solche Modernisierungen so früh wie möglich geschehen.

Zweitens behandelt das Gesetz Käufer in verschiedenen Gebieten unterschiedlich und führt zu einer Benachteiligung von Vermietern kostengünstigeren Wohnraumes. Die Kosten für die Verbesserung der Energieeffizienz sind großenteils nicht abhängig vom Standort der Immobilie, die Kosten der Anschaffung jedoch stark. 15 % des Kaufpreises einer Immobilie in guter Lage in München reichen oft problemlos, um dieses auf neuste KfW-Standards zu erhöhen. In ländlichen Regionen ist dies jedoch nicht der Fall. Hierdurch wird es einfach, Luxus-Immobilien energietechnisch sofort aufzuwerten, günstigerer Wohnraum muss jedoch erst einmal warten und Mieter bis zu einer eventuellen Modernisierung die höheren Kosten tragen.

Generell ist es für viele private Immobilienanleger einfacher, beim Kauf direkt einen Kredit für Kaufkosten und Modernisierung aufzunehmen, als dies drei Jahre später separat zu tun.

Es sollte privaten Vermietern so einfach wie möglich gemacht werden, ihre Mietobjekte umweltfreundlicher zu gestalten, insbesondere, da gewerbliche Immobilienunternehmen diesen Nachteil nicht haben.

Um Schmu mit Neubauten zu vermeiden, soll dies nur für Objekte gelten, welche älter als 10 Jahre sind.

Katja Hessel, Vorsitzende des Finanzausschusses des Bundestages, ordnete die Forderung im Anschluss ein:

Gerade bei älteren Immobilien sind die Anschaffungskosten niedriger, deswegen ist hier die 15% Grenze ein großes Hindernis für eine energetische Sanierung. Dabei haben diese Gebäude sehr viel Potential an Energieeinsparung durch eine Sanierung. Deswegen ist dieses Hindernis im Steuerrecht umgehend zu beseitigen


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