Zeitarbeit bleibt für den Arbeitsmarkt unverzichtbar

Im Jahr 2010 ging rund die Hälfte des Beschäftigungsaufbaus in Deutschland auf die zunehmende Zahl von Leiharbeitskräften zurück. Gegenüber dem Jahr 1999 hat sich die Anzahl mehr als verdreifacht, erläutert Arbeitsmarktexperte Andreas Crimmann vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in der Oktoberausgabe von Nürnberg Liberal.

Zeitarbeit hat dabei eine Pufferfunktion für Stammarbeitskräfte. So haben in der Wirtschafts- und Finanzkrise Entleihbetriebe Zeitarbeit reduziert, bevor sie Kurzarbeit nutzten. Die meisten Stellen gingen zwar währenddessen in der Arbeitnehmerüberlassung verloren, aber keine andere Branche profitierte anschließend stärker vom Aufschwung. Die „Atmungsfunktion“ der Zeitarbeit für den Arbeitsmarkt ist für Unternehmen wichtig, um flexibel auf Auftragsschwankungen reagieren zu können.

Gleichzeitig ermöglicht Zeitarbeit auch Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit bedrohten Erwerbsfähigen, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen bzw. zu verbleiben. So waren im Jahr 2010 sechs von zehn Leiharbeitskräften zuvor ohne Beschäftigung. Im August 2011 lag die Arbeitslosenquote in Nürnberg bei 5,3 Prozent, rund 35.000 Nürnbergerinnen und Nürnberger waren arbeitslos. Zeitarbeit ist in der Regel voll sozialversicherungspflichtig und bietet eine Chance auf Übernahme durch den Einsatzbetrieb. Gleichzeitig reduziert sie die Wahrscheinlichkeit (wieder) in Arbeitslosigkeit abzurutschen. Um eine Abwärtsspirale der Löhne in Deutschland zu verhindern hat die Bundesregierung beschlossen, Bruttolohnuntergrenzen je Arbeitsstunde in Höhe von 7,79 € (West) und 6,89 € (Ost) festzusetzen. Negative Beschäftigungseffekte werden wohl ausbleiben, da das Lohnniveau den niedrigsten Einstiegslöhnen der meisten tarifgebundenen Personaldienstleistern entspricht.

Für die FDP Nürnberg bleibt das betriebliche Flexibilisierungsinstrument Zeitarbeit unverzichtbar, um das regionale Angebot an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen weiter zu verbessern, die Chancen für Arbeitslose zur Arbeitsaufnahme in Nürnberg zu erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion zu sichern.


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