Rechtsradikaler Internetpranger „Nürnberg 2.0“

Auf der Website [ entfernt*] haben Rechtsradikale einen Internetpranger unter dem Namen „Nürnberg 2.0“ eingerichtet, auf dem Namen von Politikern, Journalisten, Künstlern und weiteren Berufsgruppen gelistet sind, die angeblich die „Islamisierung“ Deutschlands „verharmlosen“.

Auf der Site, die sich explizit auf die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse bezieht, wird der „Aufbau einer Erfassungsstelle zur Dokumentation der systematischen und rechtswidrigen Islamisierung Deutschlands und der Straftaten linker Faschisten zur Unterdrückung des deutschen Volkes“ angekündigt.

Zum Beispiel wird der Regisseur Fatih Akin mit seinem Protest gegen den Volksentscheid zu Minaretten in der Schweiz zitiert und mit der Anklage „Volksverhetzung“ belegt. Die Internetseite sieht eine noch zu füllende „Anklagebank“ vor und fordert zur „Mitarbeit“ auf.

 Alberternst: „Diese Internetseite ist eine reine Hetzseite und stellt Personen des öffentlichen Lebens an einen Pranger, die unser hohes demokratisches Gut der Meinungsfreiheit nutzen. Das ist an sich schlimm genug. Dazu kommt, dass dieses Hetzprojekt den Titel „Nürnberg 2.0“ trägt. Nürnberg hat sich seiner Geschichte gestellt und mit dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, dem Memorium Nürnberger Prozesse und der Verleihung des Menschenrechtspreises einen Namen als Stadt der Menschenrechte erarbeitet. Nürnbergs guter Name darf nicht in so einen braunen Schmutz gezogen werden. Daher habe ich den Oberbürgermeister gebeten, zu prüfen, auf welchem Weg die Nutzung des Namens unserer Stadt in diesem Zusammenhang untersagt werden kann, und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.“

* Die genaue Internetadresse wurde in der Onlineversion entfernt um ihr nicht durch die  Nennung hier zu einer besseren Platzierung in Suchergebnissen zu verhelfen. Sie kann jedoch leider leicht bei der Suche nach ihrem Namen aufgefunden werden.


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