Nürnberg ist nicht unterversorgt, die Menschen sind unversorgt!

Anlässlich seines Besuches in Nürnberg besichtigte Serkan Tören MdB gemeinsam mit dem Bundestagskandidaten Dr. Dieter Katterle und der Stadträtin Dr. Christiane Alberternst die Gemeinschaftsunterkunft für Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge (UMF) der AWO in Nürnberg.

 „Willkommen im Dschungel“, scherzte Ilona Christl, Betreuerin der Einrichtung über die

abgelegene Unterkunft, die aus Containern besteht, wie man sie von Baustellen her kennt. Die Einrichtung in der Regensburger Straße ist für junge Asylbewerber der gering betreuten dritten Stufe zuständig. „Das 4-Stufen-Modell beschreibt unterschiedliche Betreuungsgrade und ist nur noch in Bayern vorhanden. Alle anderen Bundesländer haben es abgeschafft“, erklärte Benjamin Deinert, der zweite Betreuer der Unterkunft.
Viele Jugendliche erreichen nach einer monatelangen Odyssee, gezeichnet von schweren
Lebensereignissen die Einrichtung. Ihre Traumatisierung zeigt sich meistens in Form von
Verhaltensauffälligkeiten, die sich oft erst nach Wochen bemerkbar machen. Während des
Clearingverfahrens in Zirndorf fällt die psychische Belastung häufig nicht auf. 
„Ein Traumakompetenzzentrum könnte die Einrichtungen personell und finanziell entlasten“, ergänzt Katterle, „die Kinder und Jugendlichen hätten einen Ort an dem sie genesen können, um danach in vollstem Umfang an unserer Gesellschaft teilzuhaben.“. Deutschland solle an seine demographische und ökonomische Zukunft denken, so der Psychologe weiter, „Wir könnten jede gut integrierte Arbeitskraft gebrauchen.“ Wenn sich junge Flüchtlinge hier aufgenommen und aufgehoben fühlen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie sich engagiert in unsere Gesellschaft einbringen.“
Das Traumakompetenzzentrum steht selbstverständlich nicht nur jugendlichen Flüchtlingen offen, sondern allen Altersstufen unserer einheimischen Bevölkerung, die eine Traumatisierung erfahren haben und besondere Hilfe brauchen. Gleichzeitig soll es Fortbildungszentrum für die in der Metropolregion ansässigen Therapeuten sein. „Derzeit praktizieren in Nürnberg viel zu wenig anerkannte Spezialisten – das reicht für eine Versorgung der Bürger nicht aus“, bilanziert Katterle.


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