Neues Logo, neue Farben, starke Rede

Mit Mut und Magenta starten die Freien Demokraten in das neue Jahr. Das diesjährige Dreikönigstreffen stand ganz im Zeichen der Erneuerung: FDP-Chef Lindner stellte den zahlreich erschienen Gästen in der Stuttgarter Staatsoper das neue Partei-Logo vor und beschwor in einer kämpferischen Rede klassische liberale Werte wie Zukunftsoptimismus, Toleranz, Bürgerrechte und Chancengerechtigkeit. Klare Worte fand der FDP-Chef auch für Pegida und AfD: „Wer heute bei Ressentiments weghört, kann morgen schon das nächste Opfer sein.“

 Die FDP ist wieder da


Stuttgart/Nürnberg: Die FDP ist wieder da. Anders, moderner, innovativer und vor allem kantig. Dieses Resümee kann man nach dem Dreikönigstreffen für die Partei ziehen. Doch nicht nur das Äußere ist anders, auch die Umgangsformen sind komplett neu. Die FDP zeigt sich als Mitmachpartei, als Partei der Bürger ohne große Hierarchie. Passend dazu verschwand auch das Rednerpult und die gesonderten Plätze für Vorstandsmitglieder – lediglich 6 Sessel standen auf der Bühne für all diejenigen, die in diesem Jahr eine führende liberale Rolle einnehmen. Ein offenes Diskussionsforum ist somit entstanden, das zeigen soll – ja die Freidemokraten nehmen ihre Mitglieder ernst und somit auch die Sorgen der Bürger.

Kreisvorsitzender Tilman Schürer zeigt sich zufrieden mit der neuen Aufbruchsstimmung: „Es ist unglaublich, was die FDP in den letzten Monaten zusammen geleistet hat. Man kann die neue Motivation spüren, vom Neumitglied bis hin zu denen, die schon sehr lange dabei sind. Freiheit kennt kein Alter, verbindet uns aber alle in unserem Lebensgefühl. Und dieses Gefühl auch nun kommunal einzubringen, darin sehe ich die Aufgaben der Kreisverbände.“

 

Der lange Weg zurück


Der Diskussionsprozess, der nach der Bundestagswahl 2013 in Gang gesetzt worden war, habe zu einer deutlichen Schärfung des Profils der Partei und einer Rückbesinnung auf die ursprünglichen liberalen Werte geführt. Er stellte klar, dass aus der FDP kein „modernes, liberales Light-produkt werde. „Wir wollen die Dosis an Liberalismus erhöhen. Nicht FDH sondern FDPur!“, so der Bundesvorsitze Christian Lindner.

Auch die bewusste Selbstbezeichnung als „Freie Demokraten“ sei eine Rückkehr zum Ursprung, so der Geschäftsführer der FDP, Marco Buschmann.  „Im Liberalismus geht es darum, frei zu sein. Diesen zentralen Wert wollen wir nicht hinter einer Abkürzung verstecken, sondern klar zum Ausdruck bringen, um welchen Grundwert es uns geht“, erläuterte er.

 

Innovation – intern und extern


Innovativ lässt sich auch die Farbwahl beschreiben. So wurde als neue Farbe „Magenta“ mit einbezogen, dass das neue Logo nun farbenfroher erscheinen lässt. Soll heißen: „Die FDP ist nun eine moderne Partei, die als einzige wirtschaftliche Vernunft mit sozialer Gerechtigkeit vertritt“ 

Als programmatischen Vorstoß plädierte Lindner in der Wirtschaft für einen Paradigmenwechsel: Das Gründen von Unternehmen müsse ebenso einfach sein, wie das Mieten eines Leihwagens. In Deutschland hätten Start-ups mit hohen bürokratischen Hürden zu kämpfen, erläuterte der Liberale. „Der deutsche Steve Jobs wäre bereits an der Baunutzungsordnung seiner Garage gescheitert.“ Er wolle nicht in einem Land leben, in dem es mehr Bedenken als Garagen gebe.

 

Die liberale Respektgesellschaft


Linder bekannte sich in seiner Rede zu Dreikönig nochmals zur offenen und toleranten Gesellschaft und kritisierte Bewegungen wie PEGIDA aufs Schärfste. „Wir wollen unser Land nicht den Wutbürgern überlassen, wir setzen auf die Mehrheit der Mutbürger in unserem Land – deswegen braucht es Freie Demokraten.“, so der Bundesvorsitzende.


Weiterhin setzt er sich dafür ein, in Diskussionen lieber Fakten sprechen zu lassen, anstatt Ängste.  Lindner kritisierte, dass auch von den Liberalen Ressentiments gegenüber anderen politischen Parteien geschürt werden würde. „Wer nur die Schwächen anderer betont, scheint sich seiner eigenen Stärke nicht sicher zu sein. Wer Respekt erwartet, der muss auch in der Lage sein, anderen Respekt zu zollen. Lassen Sie uns also versuchen, dass die Freie Demokraten als die Partei der Meinungsfreiheit schon im Stil den Unterschied markiert.“

 

Pressespiegel gibt Auftrieb


In den Medien war das Dreikönigstreffen der FDP das Thema Nummer 1. Sämtliche Zeitungen, Fernsehsendungen und Radiosender berichtete, NTV und N24 sogar live. Für viele, die die Berichterstattung noch von vor der Bundeswahl kannten, waren überrascht über die generell positiven Bekundungen.

Im „Bonner Generalanzeiger“ resümiert Ulrich Lüke: „Lindner zieht alle Register. ‚Tatkraft, Optimismus, Freiheitsliebe‘ lautet sein liberaler Dreiklang. Er stellt Pegida in die Ecke der Brandstifter – nicht ohne Probleme bei der Integration zuzugeben. Er propagiert Bildung als neues Hauptthema Nummer eins der FDP und stellt den Bildungsföderalismus in Frage. Er fordert neue Flexibilität bei der Rente. Und er will wieder für die Steuerreform werben. Das alles nennt er ’nicht FdH, sondern FDPur‘. Der Saal tobt. Dreikönig bei der FDP – ein Feiertag.“

„Die FDP bekennt Farbe“, titelt auch die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ zum Dreikönigstreffen und findet lobende Worte für den Parteichef: „Lindner spricht eine Stunde lang, frei und mit viel Esprit. Es ist eine Rede über Stolz und Selbstachtung. Zu ihrer Glaubwürdigkeit trägt seine Selbstzerknirschung bei.“

Selbst in der eher linken „taz“ konstatiert Anja Maier, dass Lindner die Weltoffenheit für die Freien Demokraten reklamiere. „Unbeirrt spricht der Parteichef von Optimismus und Tatkraft, von Freiheit und Überzeugung, deren Wert sich nicht an Umfragen messen ließe. ‚Wir sind bereit, in Deutschland wieder Verantwortung zu übernehmen‘, lautet sein letzter programmatischer Satz.

 

Starke Frauen für die Freiheit


Bei der Veranstaltung an Dreikönig wurden sich auch auf die nächsten Wahlen in Hamburg und Bremen vorbereitet. Lencke Steiner, die Spitzenkandidatin für die Bremer-, Katja Sudig, Spitzenkandidatin für die Hamburger Bürgerschaft, stellten sich den Fragen des Moderators und des Publikums und verbreiteten Optimismus.

FDP-Generalsekretärin Nicola Beer schloss die diesjährige Kundgebung. Sie bedankte sich bei den tausenden Menschen, die sich in den Diskussionsprozess zur Neuausrichtung der FDP eingebracht hätten: „Sie haben in einem der schwersten Momente unserer Parteigeschichte nicht aufgesteckt. Sondern Sie haben sich gesagt: Jetzt erst Recht. Weil Sie davon überzeugt sind, Deutschland braucht eine liberale Partei – die Freien Demokraten!“ Die Devise für die Liberalen laute: „Heute die richtigen Fragen stellen, morgen die richtigen Entscheidungen treffen, damit wir übermorgen noch erfolgreich sein können.“


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