“Güter müssen zur Schiene kommen“

MÜNCHEN Nach Auffassung von Bayerns Verkehrsstaatssekretärin Katja Hessel bringt die Ablehnung von Lang-Lkw durch die Stadt Nürnberg der Schiene keine Vorteile. „Wer die Verlagerung der Güter auf die Schiene will, der muss sich im Klaren darüber sein, dass die Güter erstmal bis zur Schiene kommen müssen.

Der kombinierte Verkehr ist hierfür ideal. Lang-Lkw stärken den Kombiverkehr und entlasten die Straßen. Die gleiche Menge Ladung kann mit einem Lang-Lkw deutlich effizienter und ökologischer befördert werden“, betont Hessel. Dies berücksichtigt auch die Ausnahmeverordnung des Bundesverkehrsministeriums: Sie schreibt vor, dass alle Fahrzeuge, die am Feldversuch teilnehmen wollen, kombiverkehrstauglich sein müssen.
 
„Natürlich können wir nicht ausschließen, dass es durch den Einsatz von Lang-Lkw in Einzelfällen zu einer Verlagerung von der Schiene auf die Straße kommen wird. Das prognostizierte Wachstum des gesamten Güterverkehrs wird diese Einbußen beim Schienengüterverkehr aber schnell wieder ausgleichen“, erklärt die Staatssekretärin. Bei einem Transportwachstum von 70 Prozent bis 2025 würden die Kapazitäten der Schiene bei größeren Entfernungen im Schwerverkehr dringend gebraucht. Hier werde die Schiene ihren Marktanteil noch deutlich ausbauen. „Es geht darum, die Herausforderungen des weiter wachsenden Güterverkehrs zu meistern. Wir dürfen Straße und Schiene nicht in einer Konkurrenzsituation zueinander sehen. Ich halte es für wichtig, die Möglichkeiten und Auswirkungen in einem Großversuch zu untersuchen. Anschließend können wir Bilanz ziehen“, unterstreicht Hessel.


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