FDP Nürnberg begrüßt Modellversuch „Flexible Grundschule“

Die FDP Nürnberg steht voll hinter dem vielversprechenden Modellversuch „Flexible Grundschule“ an den Nürnberger Grundschulen St. Leonhard und Erich-Kästner. Er hat nun das erste Jahr seiner Erprobung erfolgreich hinter sich. Endlich wird hier die viel beschworene individuelle Förderung realisiert – leider nur an einzelnen Modellschulen.

 Und die gegenüber dem Regelunterricht etwas besseren Rahmenbedingungen mit bis zu 5 zusätzlichen Lehrerwochenstunden sind auf 3 Jahre befristet. Und was dann? Das Modell darf keine bildungspolitische Innovationsruine werden, wie schon so oft, sondern ein dauerhaftes Angebot an allen Grundschulen in Nürnberg.

Gerade weil in den ersten beiden Schuljahren Kinder überdurchschnittlich häufig das Klassenziel nicht schaffen, ist der innovative pädagogische Ansatz zu begrüßen. Was zeichnet das Modell gegenüber anderen „Reförmchen“ im Regelbetrieb – und auch gegenüber dem Vorläufermodell „Jahrgangsübergreifender Unterricht“ aus?
Der Übertritt in die 3. Jahrgangsstufe wird nach dem individuellen Lernfortschritt nach ein, zwei oder drei Jahren erreicht. Die Schüler gestalten den Lernprozess in den verschiedenen Lernfeldern weitgehend eigenverantwortlich – natürlich unter Anleitung der betreuenden Lehrkräfte. In einzelnen Lernabschnitten betreuen 2 Lehrer eine Gruppe insbesondere, wenn mehrere Kinder mit erhöhtem Förderbedarf integriert sind. Zu Beginn jeden Schuljahres wird der individuelle Leistungsstand erfasst, Lernfreude und Selbständigkeit – auch Sozialkompetenz durch Lernen im Team – werden gefördert. Die Eltern werden von Anfang an einbezogen. Fortschritte die in Bayern mit seinem Gleichschritt im Klassenverband geradezu revolutionär sind! 
Wo sieht die FDP noch Handlungsbedarf? Die „Flexible Grundschule“ ist im bayerischen Bildungssystem noch wenig verankert. Der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule in dieser neuen Form und der Übergang zur 3. Jahrgangsstufe (Regelbetrieb!) hängt von der Kooperationsbereitschaft der Erzieher und Lehrer ab. Es fehlt noch weithin an geeignetem Lehr- und Lernmaterial. Die personelle und räumliche Ausstattung ist unzureichend und auf die Laufzeit des Modellversuchs befristet. Die Höchstgrenze von 25 Schülern ist für diese Form des Unterrichts zu hoch.
Die Forderung der FDP Nürnberg: Freistaat und kommunaler Schulaufwandsträger müssen Bildungserfolg und Kontinuität des pädagogischen Prozesses über das Ende des Modellversuchs hinaus sichern!
Otto Dietrich Knapp
Bildungspolitischer Sprecher
FDP Nürnberg

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