Der Gewaltberatung Nürnberg e. V. zu Gast in unserem AK Armut

Bereits im Dezember berichtete uns ein Streetworker der AWO Langwasser in unserem Arbeitskreis von der Situation junger Männer in Nürnberg. „Wir sind oft die ersten positiven männlichen Vorbilder, welche die jungen Männer in ihrem Leben kennenlernen“, sagte uns Streetworker Nils Hüttinger.

Peter Grundler per Video zugeschalten

Peter Grundler von der Gewaltberatung Nürnberg e. V. bestätigte dies nun in unserem vergangenen AK. „Oft erlernen selbst alte Männer erst bei uns die Fähigkeit, mit ihren Gefühlen umzugehen“, verriet er uns in der Videokonferenz. Die Gewaltberatung bietet Männern, und seit Januar auch Frauen, beratende Hilfestellung, mit Aggression umzugehen und zu erlernen, diese nicht in Gewalt auszudrücken. Dies geschieht teils freiwillig und teils als Gerichtsauflage.

Er berichtete uns, dass die Beratungsstelle viele Anfragen von Menschen erhält, welche sich die Stunden (70 €/h) nicht leisten können. Die Stadt Nürnberg unterstützt hier mit einem Zuschuss, Hilfesuchende ohne Wohnsitz in der Stadt sind davon ausgeschlossen. Angebote, welche nur vereinzelt in Mittelfranken angeboten werden, so an den Wohnsitz zu koppeln erscheint wenig sinnvoll. Es muss geprüft werden, ob solche Förderungen besser auf der mittelfränkischen Ebene angesiedelt werden sollten. Eine Kooperation unter den Städten und Landkreisen wäre auch denkbar.

In unserem Arbeitskreis können wir immer nur Teilaspekte unseres Sozialwesens betrachten, die übergeordneten, oft gesamtgesellschaftlichen Probleme werden nur in Nebensätzen angerissen. Dies ist bedauerlich. Aufgrund des Ausmaßes der zugrundeliegenden gesellschaftlichen Herausforderung bitten wir um Verständnis, dass wir diese in unserem lokalen Arbeitskreis noch nicht lösen konnten.

Die Gewaltberatung erscheint mir persönlich, als Arbeitskreisleiter, nur als weitere Lösung für das tiefergreifende gesellschaftliche Problem, dass Menschen keinen Einstieg in die aufgeklärte Zivilgesellschaft finden und irgendwo auf dem Weg „verloren gehen“. Viele junge Erwachsene sind verloren und erhalten oft zu spät oder gar nicht die passende Unterstützung. Von der frühkindlichen Erziehung bis in das Erwachsenenalter müssen Probleme früher erkannt und gezielt angegangen werden. Eine Lösung haben wir noch nicht, aber wir arbeiten daran.


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