Besuch in der Begegnungsstube Medina

Nicht über Muslime reden sondern mit Muslimen reden

Gruppenbild Medina

Unsere Vorstandsmitglieder Sascha Arndt, Marc Isenrath, Katja Hessel und Laszlo Riedl mit Vertretern der Begegnungsstube Medina

 

Nach dem Motto „Nicht über Muslime reden sondern mit Muslimen reden“ besuchten einige Mitglieder unseres Kreisvorstandes die Begenungsstube Medina. Der Vorstand Talip Iyi berichtete dabei von der jahrelangen Arbeit des Vereines im interreligiösen Dialog mit Christen und Juden. Hierzu arbeitet der Begenungsstube Medina e.V. mit den christlichen Kirchen aber auch der israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg zusammen. Auch schulen die Vereinsmitglieder die Mitarbeiter sozialer Einrichtungen aber auch die Polizei über den Islam und Besonderheiten im Umgang mit Muslimen. Gegenseitiger Respekt und Kenntnis über die Religion und Traditionen der jeweils anderen sind wichtige Schlüssel für ein harmonisches Zusammenleben.
Unsere Gesprächspartner verurteilten jede Form religiös motivierter Gewalt und lehnen jeden Zwang im Glauben strikt ab. So hatten sie bereits  die Anschläge vom 11. September scharf öffentlich verurteilt und pflegen seitdem gute Beziehungen  zum US-amerikanischen Generalkonsulat in München.
Ferner veranstaltet die  Begenungsstube Medina im Ramadan Iftar-Abende für sozial Benachteiligte in Nürnberg wie beispielsweise Obdachlose. Hier treffen Muslime und Nichtmuslime zum gemeinsamen Fastenbrechen zusammen.
Wir diskutierten einige Fragen wie etwa das Thema Kopftuch in der Öffentlichkeit oder im Staatsdienst und die Akzeptanz des Islam durch die deutsche Bevölkerung.

 

Moschee

Wir bekommen die Einrichtung des Gebetsraumes erklärt.

 

Situation in der Türkei

Wir erhielten eine Einblick in die türkisch-muslimische Kultur, sprachen aber auch über die aktuelle politische Lage in der Türkei nach dem gescheiterten Putschversuch. Wir diskutierten die Reaktionen der deutschen Öffentlichkeit aber auch der türkischen Community hier in Nürnberg. So kam es noch in der Nacht des Putschversuches zu eine spontanen Demonstration gegen den Putsch vor dem türkischen Generalkonsulat in der Regensburger Straße. Aber nicht alle Demonstranten waren Anhänger von Präsident Erdoğan, vielmehr trieb die Erinnerung an den Militärputsch von 1980 durch General Evren viele Menschen auf die Straße. Damals kam es zu einer Verhaftungswelle mit zahlreichen Folterungen und Todesurteilen.
Dennoch sehen wir die aktuelle Entwicklung in der Türkei mit einer Abkehr von rechtsstaatlichen Prinzipien sehr kritisch. Auch die am Putsch beteiligten Soldaten haben einen Anspruch auch menschenwürdige Behandlung und ein faires Verfahren. Die mögliche Wiedereinführung der Todesstrafe lehnen wir klar ab. Demokratie ohne Rechtsstaat, ohne Menschenrechte, ohne Minderheitenrechte, ist eine leere Hülle ohne Wert.


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