Arbeitskreis Armut informiert sich über das Düsseldorfer Housing First-Projekt fiftyfifty

Am Mittwoch, den 19. Januar, begrüßte der Arbeitskreis Armut der FDP Nürnberg Frau Monsieur vom Düsseldorfer Obdachlosenhilfeverein fiftyfifty. Sie informierte die Arbeitskreismitglieder über das Housing First-Projekt, welches der Verein seit über 8 Jahren betreibt und beantwortete Fragen der Teilnehmer.

Mit mittlerweile 50 Wohnungen kann der über Kunstspenden finanzierte Verein Obdachlosen ein Mietverhältnis bieten. Die Kontakte hierzu kommen über den Verkauf der zugehörigen Straßenzeitung, die meisten Untergebrachten nehmen am Verkauf dieses Sozialmagazins teil.

Der Verein schätzt noch etwa 400 auf der Straße lebende Personen in Düsseldorf und hat eine lange Warteliste auf freie Wohnungen. Als problematisch beschrieb der Gast das anfängliche Konzept, ganze Mehrparteienhäuser zu erwerben. Der Verwaltungsaufwand für den Verein ist zu groß und für die gesellschaftliche Reintegration der Programmteilnehmer scheint eine Verteilung der Wohnungen über die Stadt besser. Auch muss der Verlust der „Familie auf der Straße“ kompensiert und abgefangen werden.

Positiv beschrieb Frau Monsieur, dass viele der Untergebrachten den Kontakt zu Familien wiederherstellen konnten, einige der Teilnehmer konnten sich auch wieder in den Arbeitsmarkt integrieren. Viele bekannte, vormals obdachlose, Gesichter, seien von den Straßen Düsseldorfs verschwunden, da diese nun mit der Wohnung die Szene komplett verlassen haben.

Die FDP Nürnberg fordert seit Jahren die Umsetzung eines Housing First-Ansatzes in Nürnberg. Die aktuellen Pilotprojekte sind gut, aber reichen bei weitem nicht aus.


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