20 Jahre und 272 Millionen: Die Katastrophe der Schuldatendigitalisierung

Damals, vor 20 Jahren, war die Welt noch eine andere. Wir hatten grade Y2K überstanden und es wurde langsam üblich, via Handy erreichbar zu sein. Die meisten Schulen bekamen einen Computerraum und die FDP forderte im Bundestagswahlprogramm 2002:

Neue Werkzeuge wie Computer erfordern auch neue Konzepte. Deshalb: Neue Medien gehören in die Bildungseinrichtungen. Die dafür nötigen Haushaltsmittel, auch solche für Systembetreuung, sind bereitzustellen

Die CSU-Regierung ließ sich natürlich nicht lumpen und plante, die Schulverwaltung zu digitalisieren und den Verwaltungsaufwand in Schulen zu reduzieren, sodass diese sich auf den Unterricht konzentrieren können: Ganz im Sinne der Schüler. Ein solides Projekt für 11,3 Millionen €. Von 2005 bis 2009 sollte es entwickelt werden.

Nun schreiben wir 2021 und die geplante Fertigstellung soll 272 Millionen € kosten und 2028 erfolgen. Nach 16 Jahren Entwicklung ist der Projektabschluss weiter entfernt als zum Projektstart.
Unser FDP-Bildungsexperte im Landtag, Matthias Fischbach, hat sich des Themas angenommen und stellte bereits letzte Woche in einer Pressemitteilung fest:

„Das bayerische Kultusministerium hat bei der Einführung der Software ‚Amtliche Schulverwaltung‘ komplett versagt.“

Wir fordern schon lange eine modernisierung der Bildung!

Sicherlich wird hier in den nächsten Wochen die übliche Schuldzuweisung oder das Reinterpretieren der Tatsachen losgehen, und am Ende ist keiner wirklich schuld. Wer genau schuld ist, ist aber nicht die Priorität, sondern es muss aufgezeigt werden, wie die gesamte Digitalisierung in Bayern nicht voranschreitet. Bereits vor Monaten sagte Martin Hagen im Gespräch mit der FDP Nürnberg, dass fehlende Digitalisierung Menschenleben kostet. Aber nicht nur bei den Gesundheitsämtern ist dies relevant.

Ein guter Internetanschluss ermöglicht Menschen den Zugang zu weltweiten Informationen, dem digitalen Arbeitsmarkt und kultureller Teilhabe selbst in Zeiten eines Lockdowns. Eine Arbeitnehmerin, die in der Digitalwüste lebt, kann sich nicht im Homeoffice vor Corona schützen und ein Schüler nicht am Fernunterricht teilnehmen.

Auch außerhalb der Pandemielage werden Schüler digital abgehängt und Bürger bezahlen veraltete und analoge Bürokratie mit hohen Steuern.

Wir müssen Bayern endlich in die digitale Zukunft bringen, nicht mit schlecht geplanten Endlosprojekten oder Digitalministerien ohne Befugnisse sondern mit Fachkompetenz und Elan.

Die FDP steht nicht für Digitalisierung, weil es sich gut im Programm anhört, sondern weil wir uns der Konsequenzen für die Zukunft des Landes bewusst sind, wenn wir jetzt keinen Digitalturbo einlegen.

Wir müssen den Bürgerinnen und Bürgern vermitteln, dass wir die echte Digitalkompetenz besitzen und auch bereit sind, diese mit Regierungsverantwortung im Bund einzusetzen.


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