Bildung

Eigenverantwortliche Schule

Wir Freien Demokraten setzen uns für eigenständige Schulprofile (Eigenverantwortliche Schule) und mehr Wettbewerb unter den Schulen ein. Dies spiegelt sich auch in der Vielfalt der Schulträgerschaft wider. Schulen in kommunaler und privater Trägerschaft, wie die freien Schulen müssen bei der Finanzierung staatlichen Schulen gleichgestellt werden. Dies gilt auch für die kommunalen Finanzierungsbeiträge für Privatschulen.

Ganztagsschulen

Die Ganztagesschule bietet den Schülern einen „Lebensraum Schule“ mit rhythmisiertem Unterricht, mit Anspannungs- und Entspannungsphasen. Die FDP setzt sich für einen flächendeckenden Ausbau von Ganztagesschulen mit pädagogischem Konzept für alle Schultypen ein. Bis es eine bedarfsorientierte und flächendeckende Versorgung mit Ganztagsschulen an allen Schularten gibt, muss über die Unterrichtszeit hinaus in Form von Ganztagsschulen, Tagesheimen, Horten oder in Zusammenarbeit mit freien Trägern der Jugendhilfe überall dort, wo es gewünscht und gebraucht wird, qualifizierte Betreuung angeboten werden. Entscheidend für uns ist der Elternwille, deshalb müssen die Angebote möglichst flexibel gestaltet sein.
Besonders muss eine „verlässliche Grundschule“ sichergestellt werden, die durch den Freistaat zu finanzieren ist. Neben Lehrkräften sollen Sozialpädagogen und außerschulische Betreuer zur Verfügung stehen. Die Zusammenarbeit mit Sportvereinen, Musikschulen und Initiativen der außerschulischen Jugendarbeit bereichert die Schule und muss gefördert werden. Sportunterricht und Sportförderung, Musik und Kunstunterricht und Musische Förderung sind zu verzahnen. Dies ist auch Aufgabe der Kommune. Hierfür gilt es, ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen.
Nachmittägliche Betreuungsmöglichkeiten aller Schulkinder müssen selbstverständlich sein.
Die veränderte Jugendkultur verlangt eine Intensivierung und auch eine Veränderung der offenen und mobilen Jugendsozialarbeit. Eine Zusammenarbeit mit der Schule ist unerlässlich. Wir fordern, diese Jugendsozialarbeit in und außerhalb der Schule bedarfsgerecht zu entwickeln.

Kostenfreiheit für den Schulweg

Wir möchten die Kostenfreiheit des Schulwegs für alle Schulformen und alle Altersgruppen einführen. Auch nach der zehnten Klasse sollten die Schüler der örtlichen Gymnasien, Fachoberschulen, Berufsoberschulen etc. noch in die Schule gelangen, ohne sich teure Tickets für ÖPNV leisten zu müssen. Die Kostenfreiheit der Beförderung zur Schule muss unabhängig von der Entfernung der Schule zum Haus des Schülers sein.

Inklusion

Freie Demokraten sehen Inklusion als Möglichkeit, für Menschen mit Behinderung ein Stück mehr Freiheit und Selbstverantwortung zu erlangen. Nicht mehr die Rundum-Versorgung steht im Vordergrund, sondern – da, wo möglich – die selbstverständliche Einbindung von Menschen mit Behinderung in unser gesellschaftliches Leben, sowie die Verbesserung der Möglichkeiten, im ersten Arbeitsmarkt eine Anstellung zu finden, oder für Kinder mit Behinderung, die Regelschule besuchen zu können.
Die Inklusion von Kindern mit Einschränkungen muss an Grundschulen selbstverständlich werden. Förderschulen sollen erhalten bleiben und zu pädagogischen Kompetenzzentren weiterentwickelt werden, um Kindern mit und ohne Behinderung ein gemeinsames Lernen zu ermöglichen. Die Eltern sollen über den bestmöglichen Förderort ihrer Kinder frei entscheiden und durch eine qualitativ hochwertige Beratung in ihrer Entscheidung unterstützt werden.

Mehrsprachigkeit fördern

Angesichts der zunehmenden Globalisierung sollten mehrsprachige Erziehung im Kindergarten und Grundschule durchgängig verstärkt werden und Methoden wie das Immersionslernen flächendeckend angeboten werden.
Im Kindergarten Immersionslernen heißt: eine Erziehungskraft spricht deutsch, die andere ausschließlich die neue Sprache. In der Schule heißt Immersionslernen, dass der Unterricht in den Sachfächern in der neuen Sprache stattfindet. Typischerweise wechselt das jährlich von Fach zu Fach, so dass die Schüler/innen die Fachbegriffe in beiden Sprachen lernen.
Immersionslernen unterscheidet sich grundlegend vom herkömmlichen Fremdsprachenunterricht, dem so genannten lehrgangsorientierten Unterricht. Die Kinder erschließen sich die neue Sprache selbst aus dem Zusammenhang, in dem sie gebraucht wird. Die Kinder werden dabei nicht überfordert. Die Fähigkeit, mehr als eine Sprache zu erwerben, beruht auf einer natürlichen Begabung von Kindern.

Erwachsenenbildung

Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg. Für die FDP Nürnberg hat deshalb Bildung in allen Bereichen einen hohen Stellenwert. Es gilt vorhandene Strukturen auszubauen und zukünftigen Herausforderungen anzupassen. Der gemeinsame und vernetzte Ansatz zwischen Universitäten, mit der Grundlagenforschung und entsprechender Wissensvermittlung, den Hochschulen, mit der Entwicklung von darauf aufbauenden Prozessen, den beruflichen Schulen und unseren Meistern, mit der fachlichen und beruflichen Kompetenz und vor allem unseren vielen Betrieben, die den jungen Menschen, in den unterschiedlichsten Berufen, das praktische Können vermitteln, garantieren das hohe Niveau und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie und vor allem unserer vielen mittelständischen Betriebe.
Diese Zusammenarbeit und ständige Evaluierung sind die Stärke der deutschen Wirtschaft. Dabei hat der Begriff „lebenslanges Lernen“ eine besondere Bedeutung. Die Möglichkeit sich auf freiwilliger Basis weiterzubilden ist dazu ein wichtiger Bestandteil. Die FDP Nürnberg unterstützt deshalb in vielerlei Hinsicht die unterschiedlichsten Einrichtungen bei der Verwirklichung dieser Aufgabe. Wir wollen deshalb permanent prüfen, welche weiteren Themen und Bereiche, die Wissen über Zukunftstechnologien aus vielfältigen Lebensbereichen vermitteln, in die Programme aufgenommen werden sollen.
Doch nicht nur im privaten Bereich hat die Erwachsenenbildung große Bedeutung. Die FDP fordert deshalb die Unterstützung für die Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft, bei der Fortbildung und Weiterqualifizierung von älteren Arbeitnehmern in Handwerk, Gewerbe und Industrie. Gerade dort gilt es dem zunehmenden Arbeitskräftemangel, mit einer entsprechenden Weitentwicklung der Kenntnisse gerade bei älteren Mitarbeitern, entgegenzuwirken. Die FDP ist sich bewusst, dass neue Technologien und Prozesse immer schneller den Weg in die Betriebe und das Berufsleben finden. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels kommt der Erwachsenenbildung in der Zukunft deshalb eine zentrale Bedeutung zu. Die FDP hat diese Herausforderung erkannt und will die Chancen, die sich daraus ergeben konsequent nutzen.

Beschulung von modernen Ausbildungsberufen in Nürnberg sichern

Ohne Zweifel sind die Nürnberger beruflichen Schulen derzeit in hohem Maße leistungsfähig. Um dies auch für die Zukunft zu gewährleisten, bedarf es erheblicher Anstrengungen in die personelle und sächliche Ausstattung unserer Schulen. Darüber hinaus ist es insbesondere aus zwei Gründen unerlässlich, in Nürnberg standortrelevante Berufe beschulen zu können. Zum einen ist es für Unternehmen erfahrungsgemäß leichter, neue Auszubildende zu gewinnen, wenn die Berufsschule vor Ort besucht werden kann. Zusätzlich fördert es auch die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe. Zum anderen ist es für die Berufsschulen wichtig, sich stets mit den modernsten Ausbildungsberufen auseinandersetzen zu können, um das Leistungsniveau halten bzw. noch steigern zu können. Wir fordern daher, dass der seit dem 01. August 2018 anerkannten Ausbildungsberuf Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce in Nürnberg beschult wird.

Bildungscampus Stadt Nürnberg

Die FDP Nürnberg setzt sich für den Erhalt des Bildungscampus Nürnberg am Standort Gewerbemuseumsplatz ein. Insbesondere die örtliche Nähe von Bildungszentrum und Stadtbibliothek schafft für die Bürgerinnen und Bürger wertvolle Synergien. Wir befürworten öffentliche Bildungseinrichtungen grundsätzlich mindestens an einem Samstag im Monat unter dem Aspekt der Familienfreundlichkeit zu öffnen.
Technische Universität Nürnberg
Die FDP Nürnberg begrüßt, dass es neben der hervorragenden Technischen Hochschule Nürnberg und den weiteren bestehenden Hochschuleinrichtungen eine technische Universität in Nürnberg entstehen wird. Es ist für uns dabei sehr wichtig, dass die Verbindung zwischen Hochschulen, Stadt Nürnberg und der Privatwirtschaft intensiviert wird. Darüber hinaus muss die Stadt Nürnberg für die erforderliche Infrastruktur (Mobilität, Wohnen, Nahversorgung und Soziales) in dem neu zu schaffenden Stadtteil der TUN rechtzeitig sorgen.

Kommunalwahl 2020