Zu den verkehrstechnischen Verbesserungsmöglichkeiten an der Ecke Kirchenweg / Lobsingerstraße

NÜRNBERG – Nach dem Unfalltod eines Jungen vor vier Jahren ist an der Ecke Kirchenweg / Lobsingerstraße erneut ein Kind angefahren worden. Die Ausschussgemeinschaft (FDP-FW-ÖDP) regte im Antrag vom 21.05.2010 vor allem ein Nachdenken über verkehrstechnische Verbesserungsmöglichkeiten an. Die Verwaltung hat darauf reagiert und z.B. ein Warnschild „Spielende Kinder“ aufgestellt, und wird weitere Überlegungen darüber anstellen, wie an dieser gefährlichen Stelle das Tempo der Autofahrer gedrosselt werden kann.

 Damit geben sich die Stadträte Dr. Christiane Alberternst (FDP) und Thomas Schrollinger (ÖDP) jedoch nicht zufrieden.
„Nach der Diskussion im Verkehrsausschuss am 16.09.10 war aber auch klar, dass verkehrliche Maßnahmen nicht die einzige Lösung darstellen können. Es stellt sich die ganz grundsätzliche Frage, ob der Standort der Sozialimmobilie mit rund 70 Kindern in einem Stadtteil Sinn macht, der in der Ausstattung mit Kinderspielplätzen einen der letzten Ränge einnimmt. Zugleich belegen die leidvollen Unfälle in den letzten Jahren, dass die Verkehrssituation an dieser Stelle ein erhöhtes Gefahrenpotential gerade für Kinder birgt“ so Schrollinger.
„Nachdem die Bewertung des anliegenden Innenhofes im Ämtergebäude Kirchenweg 56 von der Verwaltung für die Nutzung als Spielfläche negativ ausgefallen ist, und die Verhandlungen mit dem Eigentümer der Brachfläche direkt neben der Sozialimmobilie nicht vorankommen, stellt sich die Frage, welche weiteren Optionen es gibt, den Kindern des betreffenden Hauses, aber auch des Quartiers generell Spielflächen zu bieten,“ so seine Kollegin Dr. Alberternst.

Beide wünschen sich nun, dass den betroffenen Familien mittelfristig Wohnungen in einem familienfreundlicheren Umfeld angeboten werden. Generell solle bei der Belegung von Sozialimmobilen die umliegende Infrastruktur intensiver auf die Eignung für Familien im Blick auf den Bewegungsbedarf von Kindern geprüft werden.

Der gravierende Mangel an Spielflächen im Stadtteil St. Johannis stelle zudem eine Herausforderung dar, die nach einem zeitnahen Beheben dieses Defizits verlange. Der Anspruch der „familienfreundlichen Stadt Nürnberg“ müsse auch für diesen Stadtteil gelten.
In einem Folgeantrag fordern die Stadträte nun, nach Möglichkeiten zu suchen, die Belegung der Sozialimmobilie in der Lobsingerstraße so zu gestalten, dass hier keine konzentrierte Belegung von Familien mit Kindern die Folge ist. Zudem sollen Alternativen in anderen, familienfreundlicheren Sozialimmobilien aufgezeigt werden. Weiterhin erwarten Dr. Alberternst und Schrollinger einen Bericht über die aktuelle Planung der Spielflächennutzung im Stadtteil Johannis sowie die Prüfung einer in diesem Punkt konzeptionellen Aufwertung. Bei der Vergabe von Sozialimmobilien an Familien mit kleinen Kindern soll zudem zukünftig der Aspekt des „kinderfreundlichen Umfeldes“ stärker berücksichtigt werden.


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