Wir trauern um unseren ehemaligen Stadtrat Wolfram Unger

Die Freien Demokraten trauern um ihr Ehrenmitglied und langjährigen Stadtrat Wolfram Unger

Wolfram Unger , der am 21.02. 1938 in Donauwörth geboren wurde, ist mit 30 Jahren in die Nürnberger FDP eingetreten. Als unser „dienstältestes“ Mitglied mit reicher kommunal- politischer Erfahrung war er uns im Kreisvorstand bis in die letzten Monate hinein ein wertvoller Ratgeber, dessen Urteil wir hoch schätzten. Leider hat es seine angegriffene Gesundheit nicht mehr zugelassen, „seine“ Liberalen aktiv zu unterstützen, aber er war im Herzen immer bei uns.

 

Das Bild von Wolfram Unger in Wanderkleidung (aufgenommen im Oktober 2012 bei einer seiner beliebten „Kommunalpolitischen Wanderungen“) zeigt symbolartig wesentliche Handlungskreise seines Lebens: Politisches Engagement, Interesse an historischen Zusammenhängen und die Liebe zur Bewegung in der freien Natur.

Der „gelernte“ Diplom-Volkswirt Unger, 1968 in die FDP eingetreten, hat sich sehr schnell die Wertschätzung der Liberalen und der Nürnberger Wähler erworben und wurde im Juli 1972 erstmals in den Nürnberger Stadtrat gewählt. Er war ein sachlicher Stadtrat, fair in der politischen Auseinandersetzung, fachlich immer gut vorbereitet und willens „gegen den Strom zu schwimmen“, wenn seine Meinung nicht dem Mainstream entsprach. In den 80er Jahren haben seine liberalen Positionen zur „Aufgabenkritik in der Stadtverwaltung Nürnberg“ zum Teil heftige Kritik hervorgerufen. Aber Wolfram Unger war immer, bis in seine letzten Tage hinein, ein Kämpfer. Er hat nie aufgegeben und die Freien Demokraten bis zum April 1990 erfolgreich im Stadtrat vertreten.

 

Diese Bereitschaft zum Kämpfen war auch in der Nürnberger FDP gefordert, insbesondere Anfang der 80er Jahre. Erbitterte politische Auseinandersetzungen in der Frage, wie sich die FDP zum „Nato-Doppelbeschluss“ stellen sollte, erschütterten die FDP weit über Nürnberg hinaus und führten letztlich zu zahlreichen Parteiaustritten, unter anderem von seinem Fraktionskollegen Klaus-Peter Murawski, der zu den „Grünen“ ging. „Sie kämpfen weiter“ titelte im Oktober 1981 die Nürnberger Zeitung und zeigte Unger inmitten von Parteifreunden, zu denen auch der ehemalige Stadtrat Utz W. Ulrich gehörte. „ Wir werden die verlorenen liberalen Wähler zurückgewinnen“ lautete das Versprechen. Er hat Wort gehalten.

 

Wolfram Unger war nicht in erster Linie ein Parteipolitiker, sondern ein „Zoon politikon“ im Sinne von Aristoteles, also ein „soziales, auf Gemeinschaft angelegtes und Gemeinschaft bildendes Wesen“. Dies zeigt sich in einer Vielzahl von Aktivitäten. Unter anderem hat er Im Jahre 2000 den Förderverein Geschichtswissenschaft der FAU mit gegründet, er hat sich in der St. Jakobus-Gesellschaft engagiert und war 20 Jahre Präsident des Fränkischen Albvereins. Mit großem Engagement hat er im Vorstand der Alten-Akademie Nürnberg mitgewirkt und die Interessen der Senioren im Stadtseniorenrat Nürnberg vertreten.

 

All diese Aktivitäten hat er im Ehrenamt ausgeübt. Dafür wurde ihm verdientermaßen am 7. April 2008 „in Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen Besonderen Verdienste“ vom damaligen Bundespräsidenten Dr. Horst Köhler das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik verliehen. Die Ehrung nahm damals in der Bayerischen Staatskanzlei Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein vor.

 

Seine Werte und sein Vermächtnis werden weiterleben in der „Wolfram und Ilse Unger Kultur-Stiftung“, die die Eheleute Unger auf den Weg gebracht haben.

 

Wir haben einen Freund verloren und einen Weggefährten, der 50 Jahre den Freien Demokraten die Treue gehalten hat, der mit den Liberalen Niederlagen durchgestanden und sich über Erfolge gefreut hat. Wir sind dankbar für alles, was er für uns getan hat und werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren. Unsere Anteilnahme gilt seinen Angehörigen.

Dr. Christiane Alberternst                         Alexander Liebel

Stadträtin                                                      Mitglied im FDP Kreisvorstand Nürnberg


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