Sachgrundlose Befristung von Arbeitsverhältnissen

Groko mindert Chancen für Arbeitnehmer –

Die zwischen Union und SPD erfolgte Verständigung auf eine Einschränkung der sachgrundlosen Befristung wird die Handlungsfähigkeit mittelständischer Unternehmen weiter einschränken. Dies wird sich auch negativ auf die Chancen der Arbeitnehmer auswirken. Insbesondere schlecht qualifizierte Bewerber werden davon betroffen sein.

Nachdem dieses Thema bereits seit Jahren wiederkehrend im Bundestag diskutiert wurde, haben sich Union und SPD in den Koalitionsverhandlungen vermutlich nicht mehr hinreichend damit auseinandergesetzt. Denn offenbar wurde nicht bemerkt, dass sich die Lebenswirklichkeit der Menschen in den letzten Jahren verändert hat.

Wir Freien Demokraten möchten die Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber möglichst flexibel gestalten, um die Menschen zu motivieren anstelle sie zu bevormunden.

Bisher konnten Arbeitsverträge maximal zwei Jahre lang sachgrundlos befristet werden. Zwei Drittel dieser Befristungen endeten mit einer Verlängerung oder Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Zukünftig sollen Arbeitgeber mit mehr als 75 Beschäftigten nur noch 2,5 Prozent der Belegschaft für 18 Monate sachgrundlos befristen dürfen. Innerhalb dieser Zeit soll nur noch einmal, nicht wie bisher maximal dreimal eine Befristung möglich sein.

Aufgrund der guten Konjunktur und Arbeitslosenzahlen auf niedrigem Niveau, wurden diese Möglichkeiten in der Praxis längst nicht mehr so häufig eingesetzt. In vielen Branchen suchen gerade mittelständische Unternehmen heute händeringend nach Mitarbeitern. Gerade in Handwerk, Gastronomie oder Pflegeberufen können längst nicht mehr alle freien Stellen besetzt werden.

Durch den Fachkräftemangel erhielten daher bisher auch schlecht qualifizierte Bewerber und Wiedereinsteiger die Chance ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und durch Leistung und Engagement zu überzeugen. Eine Probezeit genügt jedoch oftmals nicht aus, um diese Mitarbeiter einzuarbeiten und ihre Leistungsfähigkeiten hinreichend beurteilen zu können. Durch weitere Befristungen erhalten sie eine erneute Gelegenheit, sich zu bewähren. Ohne diese Möglichkeit werden diese Mitarbeiter im Zweifel den Arbeitsplatz wieder verlieren und sich womöglich im Leistungsbezug wiederfinden.

Wenn es zum Wegfall der sachgrundlosen Befristung kommt, werden Unternehmer dazu gezwungen, auf andere Alternativen auszuweichen. Die Zeitarbeit wird ansteigen, zunehmend Werkverträge abgeschlossen und mehr freie Mitarbeiter beschäftigt werden, für die keine oder eingeschränkte Arbeitnehmerrechte gelten.

Ein mittelständischer Unternehmer, der sich an der Schwelle der Freigrenze von 75 Mitarbeitern bewegt, wird sich zudem zukünftig genau überlegen, ob er weiter expandiert und zusätzliche Arbeitsplätze schafft.

Das Stammpersonal wird maximal ausgelastet werden, da auf Spitzenzeiten nicht mehr flexibel reagiert werden kann. Anfallende Überstunden und in einigen Fällen auch eine Überlastung der bestehenden Mitarbeiter ist absehbar.

 

Der Versuch der Großen Koalition, die Arbeitnehmerrechte zu stärken wird letztendlich ihren Zweck verfehlen. Die Freiheit, Arbeitsverhältnisse flexibel zu gestalten, wird sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber eingeschränkt. Dies wird den Anforderungen einer modernen Arbeitswelt nicht gerecht und sich negativ auf den Wirtschaftsstandort Deutschland auswirken.


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